Theater Blönried spielt zum 30jährigen Jahrestag eine wahre Geschichte: 1989 – die Mauer

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"Am Studienkolleg St. Johann ist eines der wohl aufwendigsten Projekte der Theaterklasse aufgeführt worden: das Stück „1989 – Die Mauer“. Geschrieben hat es Geschichtslehrer und Theaterpädagoge, Pierre Groll, der die Euphorie um den Mauerfall als westdeutscher Schüler während einer Klassenreise im November 1989 hautnah miterlebte. Sein Ziel: das Leben unter einer Diktatur sowie das Glück einer Demokratie für die heutige Jugend erfahrbar zu machen. Der Aufführung ist dies dank des überzeugenden Textes, der sorgfältig geführten, höchst engagierten mehr als sechzig Schauspieler, hilfsbereiter Kollegen und Eltern sowie einer anspruchsvollen Bühnentechnik gelungen." (Text Schwäbische Zeitung - Link siehe unten).

Am 8.11. 2019 war es in der Kulturhalle Blönrieds wieder so weit: Premierenzeit! Diesmal ein Stück zum 30. Jahrestag des Mauerfalls. Pierre Groll hat – inspiriert durch wahre Ereignisse – eine spannende Geschichte geschrieben, die mit über 70 Akteuren auf die Bühne gebracht worden ist. Wie Klaus Schneiderhan, Schulleiter des Studienkollegs St. Johann Blönried, in seiner Begrüßungsrede betonte, war jeder sechste Schüler der Schule am Gelingen des Bühnenprojektes beteiligt. Dabei hatten die Theatermacher Groll, Greiner und Rist von Anfang an unglaublich viele kreative Einfälle. Die Bühne, im Zentrum der Halle aufgebaut, stellte die Mauer dar und teilte das Publikum in West- und Ostzuschauer. Beide Seiten der Bühne wurden abwechselnd bespielt. Dabei wurde die jeweils gegenüberliegende Aktionsseite an den Bühnenrand projiziert. Allerdings konnte das Ost-Publikum die Stasiszenen nur hören, nicht sehen. Pierre Groll erklärte dies kurz zu Beginn damit, dass der Apparat der Staatssicherheit ja verdeckt gearbeitet habe. Die Menschen im Osten hätten nur ahnen können, wie grausam, willkürlich und menschenverachtend die Stasi-Mitarbeiter vorgingen. Den Auftakt zur Handlung machte eine Gruppe von SchülerInnen aus Süddeutschland, die im Februar 1989 eine Klassenfahrt nach West-Berlin unternimmt. Bei einer Stadtführung wird ihnen die Geschichte der Mauer erklärt. Die ausgelassenen Teenager sind allerdings mehr an Spaß und Shopping interessiert als an deutsch-deutscher Geschichte. Wofür die Mauer als Symbol steht, verstehen sie überhaupt nicht. Die nächste Szene zeigte im Kontrast dazu eine Gruppe von Jungen Pionieren, die für eine Aufführung zu den Feierlichkeiten des 40. Jahrestages der DDR proben. Der Gegensatz zwischen Ost und West – Propaganda, Agitation und Drill auf der einen Seite und auf der anderen Seite Freiheit, Leichtigkeit, Kommerz und Vielfältigkeit wurde für jeden im Publikum erfahrbar gemacht. Nach einem heimlichen Discobesuch werden die westdeutschen jungen Touristen jedoch auf schockierende Weise mit der deutsch-deutschen Realität ihrer Zeit konfrontiert: Sie finden Katrin, eine junge Frau, die vor Kurzem mit ihrer Familie aus der DDR ausreisen durfte, verletzt vor der Mauer liegend. Sie hat versucht, ihrem Freund Martin und dessen Kumpel Christian aus Ostberlin bei der Flucht zu helfen. Martin wird beim gescheiterten Fluchtversuch verletzt und nach Hohenschönhausen gebracht – dem Gefängnis der Stasi in Berlin. Christian wird von den Grenzsoldaten kaltblütig erschossen. Mit großem schauspielerischem Können werden von den Blönrieder Spielern die Schikanen der Stasi und was dies für die Verhafteten bedeutete den Zuschauern nahegebracht. So ist es eine der eindrücklichsten Szenen, in der Martin isoliert und in die Enge getrieben in seiner Zelle mit schmerzenden Wunden von einem Streifschuss und in einem Zustand der Panik und Verzweiflung am Boden kauert. Die Zuschauer hören dazu von der Lehrerband „Burnout“ live gespielt Auszüge aus Pink Floyds Album „The Wall“. Die folgenden Szenen zeigen, wie sich die Eltern der jungen Flüchtenden im friedlichen Widerstand gegen das SED-Regime organisieren. Als Kontrast dazu wird gezeigt, wie die der Staatsapparat der DDR sich selbst in diesem Sommer 1989 noch gefeiert hat und zunächst mit Härte gegen die Freiheitsbestrebungen der Widerstandsbewegung vorging. Diese Szenen werden begleitet von Doku-Einspielungen als Fotos und Videos. Die Vernetzung mit dem Bühnengeschehen klappte reibungslos, sodass man das Gefühl hatte, wirklich bei den Ereignissen dabei zu sein. Den Mut der Menschen konnten die jungen Spieler der Blönrieder Bühne genauso zeigen wie das Ende, das wir alle kennen. Auf der Bühne wurde die Mauer durchbrochen und strahlende Zuschauer von der Ostseite konnten Freunde, Familie und Mitbürger in einem Land der Freiheit und der Demokratie begrüßen. Und, Gott sei Dank, auch für Katrin und Martin geht die Geschichte gut aus. Die Band wechselte von Pink Floyd zu den Scorpions mit „The Wind of Change“ – ein hoffnungsvoller Neustart – so zeigte es das Theater Blönried.

Die Schauspieler des Studienkollegs St. Johann spielten kontrastreich, gefühlsstark, intensiv und mitreißend und so verließ ein tief bewegtes Publikum nach zweieinhalb Stunden Theater und kräftigem Beifall für alle Akteure die Kulturhalle. Neben den Spielern der Theater AGs waren auch die quirligen und zugleich disziplinierten jungen Tänzerinnen und Tänzer der Tanz AG unter der Leitung von Birgit Maier auf der Bühne. Sie spielten die Jungen Pioniere. Für die Techniker und Bühnenbauer war dieses Mammutprojekt zum historischen Jahrestag eine besondere Herausforderung; unter anderem durch die Vielzahl der Projektionen und Einspielungen, die zeitlich eng getaktet, gleichzeitig auch punktgenau erscheinen mussten. Die Live-Musik von einem Wachturm an der Mauer herab kommentierte auf geniale Weise das Bühnengeschehen. Dass alles zu einem gelingenden Ganzen werden konnte, ist eine Leistung, zu der man dem Team gratulieren muss! (Ki)

 

Die letzten beiden Vorstellungen am Freitag 15. November und Samstag 16. November sind leider ausverkauft!

Zu den Berichten der Schwäbischen Zeitung (Mitreißende Theater-Aufführung und Eine deutsch-deutsche Geschichtslektion) und zum Vorbericht in der Schwäbischen Zeitung und zum Bericht von Regio TV

Immer wieder toll ist auch der fotografische Einblick "hinter die Kulissen", was Technik, Musik, Schminkteam und die Leitung unter Pierre Groll, Thomas Rist und Leonie Greiner alles auf die Beine stellen. Allen Beteiligten ein herzliches Dankeschön!

Theater

 

Ein neues Gesicht - Schulseelsorger Pater Joseph

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Seit einigen Wochen hat unsere Schule wieder einen Schulseelsorger. Das Schulleiterteam Klaus Schneiderhan und Thomas Unglert freut sich, dass Pater Joseph Anorkwah Frimpong (SVD) im Oktober die Nachfolge von Pater Fransiskus angetreten hat. Er wird voraussichtlich bis Januar in Blönried sein und dort Gottesdienste planen und feiern, Besinnungstage durchführen und als Ansprechpartner für alle SchülerInnen da sein.

Pater Joseph wurde 1978 in Ghana geboren. Seit 2006 lebt er in Deutschland. Zunächst studierte er in St. Augustin an der Philosophisch-Theologischen Hochschule der Steyler Missionare. Nach dem Ablegen des ewigen Gelübdes und einem Pastoraljahr in Ottobeuren war Pater Joseph dreieinhalb Jahre als Kaplan in Dresden tätig. Weitere drei Jahre war er als Ausbilder am Priesterseminar in St. Augustin.

Neben den vielfältigen Aufgaben an der Schule hat Pater Joseph auch die seesorgerliche Betreuung in den Gemeinden Boms, Boos und Ebersbach übernommen. (Ki)

Zum Bericht in der Schwäbischen Zeitung ...

 

 

 

 

 

Theater "1989 - Die Mauer"

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